Nachbericht zum Wärmedialog in Rottenburg
29.04.2026
Wärmedialog Rottenburger Kernstadt: Großes Interesse am Thema Wärme
Rund 150 Bürgerinnen und Bürger folgten am 22. April 2026 der Einladung zur Informationsveranstaltung „Wärmedialog Rottenburger Kernstadt“. Ziel der Veranstaltung war es, transparent über die geplanten Entwicklungen der Wärmeversorgung in Rottenburg zu informieren und Raum für Austausch zu schaffen.
Durch die Veranstaltung führte das Forum Energiedialog, ein Angebot des Landes Baden-Württemberg, das eine umfassende und allparteiliche Information der Öffentlichkeit unterstützt.
Bedeutung der Wärmewende im Fokus
Zum Auftakt begrüßte Erste Bürgermeisterin Annette Schwieren die Anwesenden. In ihrem Grußwort unterstrich sie die zunehmende Bedeutung der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern - insbesondere vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen. Gleichzeitig betonte sie die zentrale Rolle der Wärmeversorgung im Kontext der Energiewende, sowohl allgemein als auch mit Blick auf Rottenburg. Die Umsetzung einer dezentralen Wärmeversorgung mittels eines Nahwärmenetzes für die Rottenburger Altstadt könne hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten.
Einblick in die kommunale Wärmeplanung
Im Anschluss stellte Klimaschutzmanager Jörg Weber den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung vor. Dabei ging er zunächst auf die Hintergründe und die Notwendigkeit der Wärmewende ein. „Insbesondere Deutschland hinkt bei der erneuerbaren Wärmeversorgung im europäischen Vergleich hinterher“, so Weber. Die Kommunale Wärmeplanung für Rottenburg beinhaltet verschiedene Maßnahmenpakete. Ein zentraler Baustein ist der Ausbau des Wärmenetzes in der Rottenburger Altstadt.
Ergänzend präsentierte Umweltbeauftragte Elisa Mayer den neu entwickelten „Wärmekompass“. Die Online-Plattform soll die Bürgerinnen und Bürger Rottenburgs künftig dabei unterstützen, schnell und einfach passende Informationen und Beratungsangebote rund um das Thema Wärme zu finden.
Wärmenetz und Flusswärmepumpe als Schlüsselprojekt
Einen detaillierten Einblick in die praktische Umsetzung gaben Sebastian Wütz und Patrick Esser von den Stadtwerken Rottenburg. Sie erläuterten die Planungen für den Wärmenetzausbau in der Altstadt.
In einer ersten Ausbaustufe ist vorgesehen, bis 2031 den Altstadtring mit Großabnehmern wie der Justizvollzugsanstalt, der Zehntscheuer selbst sowie dem Bischöflichen Ordinariat Rottenburg-Stuttgart zu versorgen. Bis zum Jahr 2036 sollen sich auch die Privathaushalte der Altstadt an das Wärmenetz anbinden können . „Das Herzstück des Wärmenetzes wird eine Flusswärmepumpe im Neckar sein“, betonte Wütz.
Patrick Esser ergänzte die Rahmenbedingungen der Stadtwerke Rottenburg und wies darauf hin, dass für die Bürgerinnen und Bürger der Rottenburger Altstadt kein Anschlusszwang bestehen wird. Konkrete Preise können derzeit noch nicht genannt werden; diese werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate vorliegen. Zudem hob Esser hervor, dass den Stadtwerken eine transparente Kommunikation zum geplanten Wärmenetzausbau besonders wichtig ist.
Informationsstände und Austausch im Anschluss
Nach den Vorträgen nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich an verschiedenen Informationsständen individuell beraten zu lassen. Themen waren unter anderem die Heizungsmodernisierung, technische Hintergründe zur Flusswärmepumpe, die Rolle des lokalen Handwerks sowie wissenschaftliche Perspektiven auf die Wärmewende.
Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Rottenburg und der Stadtwerke Rottenburg standen ebenfalls für Fragen und Gespräche zur Verfügung.