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Das Flusskraftwerk in der Tübinger Straße erhielt einen Fischabstieg
(vom 11.01.2012)
Der Umbau unserer Rechenanlage des Kraftwerks beim Preußischen, mit
dem Anbau einer Fischrutsche, hat sich in der Praxis sehr gut bewährt und wird
auch von Fischereisachverständigen hoch gelobt. Durch die Verringerung des
Stababstandes der Rechenanlage von 25 auf 15 mm können nun auch kleinere
Fische, bei ihrer Wanderung Flussabwärts, nicht mehr durch die Turbinen des
Kraftwerks schwimmen und dadurch verletzt werden. Damit die Fische, die sich
vor dem Rechen aufhalten, die Möglichkeit haben stressfrei flussabwärts ins
Unterwasser zu kommen, wurde am Rechen eine Rinne angebracht, an die eine Art
Rutsche anschließt. Beim Spülvorgang der Rechenreinigungsmaschine werden so die
Fische über die Rutsche ins Unterwasser befördert und der Fluss ist damit für
sie wieder durchgängig. Für Fische, wie den Aal wird der Fischabstieg für die
Zeit seiner Wanderschaft, also im Spätherbst bis in den Winter hinein, dauernd
geöffnet, so dass der Aal jederzeit flussabwärts wandern kann.
Die Stadtwerke Rottenburg am Neckar GmbH wollte deshalb eine solche
Anlage auch für ihr Kraftwerk an der Tübinger Straße haben. Im Unterschied zum
Kraftwerk beim Preußischen, war die Errichtung eines Fischabstieges für das
Kraftwerk in der Tübinger Straße wesentlich schwieriger zu realisieren. Der
Grund hierfür ist die Lage des Turbinenhauses, welches beim Kraftwerk beim
Preußischen ca. 40 m nach der Wehranlage Flussabwärts gelegen ist. In der
Tübinger Straße dagegen befindet es sich auf gleicher Höhe mit der Wehranlage.
Während sich beim Kraftwerk beim Preußischen die Bauarbeiten auf einem
Durchbruch durch die Oberwassermauer im Wesentlichen beschränkten, musste in
der Tübinger Straße ein Kanal um das Kraftwerkesgebäude herum gebaut werden.
Das war wesentlich schwieriger zu realisieren und natürlich auch mit höheren
Kosten verbunden.
In enger Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Tübingen und vor
allem mit dem dortigen Fischereisachverständigen Herrn Dr. Konrad, sowie den
Spezialisten für Rechenanlagen der Firma Klemme und der Baufirma Brodbeck als
Spezialistin für Bauten rund um den Fluss, wurde innerhalb eines Monats die
Anlage geplant, und behördlich genehmigt. Auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke
Rottenburg stand hinter dieser Maßnahme, so dass der Baubeschluss Mitte Oktober
2011 gefasst werden konnte.
Nach nur zwei Monaten Bauzeit, war die alte Rechenanlage durch die
moderne neue Anlage ersetzt. Am 23. Dezember 2011 ging sie in Betrieb. So
konnte sich Dr. Konrad am 27. Dezember 2011 von deren Funktionsfähigkeit
überzeugen und die wesentliche Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit am
Flusskraftwerk in der Tübinger Straße den Stadtwerken
Rottenburg bescheinigen. Zusammen mit den Fischtreppen an den Kraftwerken
sind damit beide Kraftwerke der Stadtwerke Rottenburg im Bezug auf die
Durchgängigkeit auf den neuesten Stand der Technik gebracht
worden.

